Nächste Reihe:
Unsre Leben, unsre Kämpfe
Vier Filmkneipen zur Klassengesellschaft im Wochentakt.
März '26, jeden Samstag
ab 19 Uhr
Kino gegen Ohnmacht?
Kinokollektiv aus Graz – unabhängig & parteiisch.
Wir veranstalten Kneipenabende und zeigen dabei Filme, die wir als politisch relevant erachten. Meist ist die Kometin der Veranstaltungsort, wir machen aber gerne auch mal einen Ausflug. Der Eintritt ist frei.
Kooperationspartner:
Selbstverständnis
Wo wir stehen
Pfand sammelnde Pensionist:innen, armutsgefährdete Alleinerziehende und mit unzumutbarer Bürokratie im Stich gelassene Geflüchtete sind längst keine Einzelschicksale mehr. Im Jahr 2025 kann man auch hierzulande nicht mehr übersehen, wie unsere Gesellschaft durch unaufhörliches Profitstreben und Konkurrenzkampf immer weiter gespalten wird. Rund 17 % der österreichischen Bevölkerung gelten als armuts- und ausgrenzungsgefährdet, gleichzeitig gehört Österreich zu den zehn reichsten Ländern der Welt. Doch wo ist dieses Geld?
Zumindest 210 Milliarden davon sind in den Taschen der 100 reichsten österreichischen Familien. Allein 20 % dieses Reichtums werden nur einem Menschen alleine zugerechnet: Mark Mateschitz – Erbe. Er steht an der Spitze der 10 reichsten Österreicher, die damit mehr haben als 90 % der österreichischen Bevölkerung zusammengenommen. Wird es dann aber in den Staatskassen knapp, wird nicht das Vermögen der Reichen abgezapft, sondern es wird mit höheren Steuern und Kürzungen von Sozialleistungen das Leben derjenigen noch weiter erschwert, deren Schicksal es zu sein scheint, für das schöne Leben der Reichen zu arbeiten.
Diese Ungerechtigkeit ist unübersehbar, doch außerhalb politischer
Nischen und der KP gibt es in Österreich kaum Widerstand gegen diese
Verhältnisse. Das Kino gegen Ohnmacht-Kollektiv versteht sich
damit als Teil einer Erinnerungskultur: Wir erinnern daran, dass der
Gesellschaft,
in welcher der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
, kein
vermeintlicher Kulturkampf im Weg steht, sondern die kapitalistische
Produktionsweise und eine damit einhergehende Konzentration von Macht.
Was wir wollen
Beim Film handelt es sich um eine Kunstform, die sich außerhalb der Hochkultur bewegt. Der Film ist ein industriell hergestelltes Medium der Masse. Wir konsumieren ihn am Handy, am Laptop, am Fernseher und im Kino. Damit wir ganz im Filmerleben vereinnahmt werden, braucht es die Arbeitskraft vieler Menschen: Vom Drehbuch über die Produktionsleitung bis zur Regie, vom Schauspiel über die Statisten zur Maske, von der Kameraarbeit über die Lichtsetzung bis zum Bühnenbau, vom Schnitt über die Filmmusik zu den Spezialeffekten. Film braucht damit Kapital und Investoren wissen: Nichts verkauft sich besser als die Hoffnung auf individuelle Erlösung aus einem von Isolation und Fremdbestimmung geprägten Leben.
Dem entgegen sind wir als Kollektiv der Überzeugung, dass sich das gute Leben nur gemeinsam erreichen lässt. Wir suchen daher Filme, die den widrigen Bedingungen zum Trotz gesellschaftliche Emanzipation fördern. Filme, welche die herrschenden Verhältnisse offenlegen, die für aktuelle Kämpfe mobilisieren oder auch Alternativen zum bestehenden System zeigen. Wir suchen das klassenbewusste Kino, das den feministischen und antirassistischen Kampf nicht vergisst.
Diese Filme zeigen wir im Rahmen von Kneipenabenden. Der Eintritt soll immer frei sein, um uns in geselliger Runde darüber auszutauschen und um uns zu vernetzen. Der Bewusstlosigkeit zu entsagen und aktiv gegen Ohnmachts- und Vereinzelungstendenzen zu arbeiten ist der grundlegende Anspruch von Kino gegen Ohnmacht.